Haushaltsbuch in Excel erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Familienbudget für das Jahr — Excel-Vorlage — Kostenlos herunterladen →
Viele Familien wissen ungefähr, was reinkommt, aber kaum, wohin es geht. Am Monatsende ist das Konto leer, und niemand kann genau sagen, warum. Ein Haushaltsbuch beantwortet diese Frage mit Zahlen statt mit Vermutungen.
Excel ist dafür ideal: Die Daten bleiben bei Ihnen, Sie bestimmen die Kategorien selbst, und es kostet nichts. In diesem Artikel bauen wir ein Haushaltsbuch Schritt für Schritt auf – von der Buchungsliste bis zur Jahresübersicht mit Sparquote.
Schritt 1: Kategorien festlegen
Weniger ist mehr. Mit 10 bis 15 Ausgabenkategorien behalten Sie den Überblick, mit 40 verlieren Sie die Lust. Ein bewährter Start:
- Fixkosten: Miete/Kredit, Nebenkosten und Strom, Versicherungen, Handy und Internet, Abos
- Variable Kosten: Lebensmittel, Drogerie, Mobilität, Kleidung, Freizeit, Restaurant, Geschenke, Kinder
- Einnahmen: Gehalt, Kindergeld, Nebeneinkünfte, Sonstiges
Legen Sie die Kategorien auf einem eigenen Blatt als Liste an. In der Buchungsliste wählen Sie sie dann per Dropdown (Daten → Datenüberprüfung → Liste). Das verhindert Tippfehler, die jede Auswertung verfälschen.
Schritt 2: Die Buchungsliste
Jede Ein- oder Ausgabe ist eine Zeile: Datum, Typ (Einnahme/Ausgabe), Kategorie, Betrag, Notiz. Ergänzen Sie eine Hilfsspalte für den Monat:
=MONAT(A2)
Wichtig: Alle Buchungen gehören in eine einzige, lange Liste – nicht ein Blatt pro Monat. Das macht die Auswertung mit Formeln erst möglich.
Schritt 3: Monatsauswertung mit SUMMEWENNS
Auf einem Blatt „Monate“ stehen die Kategorien in den Zeilen und die Monate 1 bis 12 in den Spalten. Die Ausgaben einer Kategorie in einem Monat holt diese Formel:
=SUMMEWENNS(Buchungen!$D:$D;Buchungen!$C:$C;$A2;Buchungen!$F:$F;B$1)
Dabei ist D der Betrag, C die Kategorie und F der Monat. Die Dollarzeichen sorgen dafür, dass Sie die Formel einfach nach rechts und unten ziehen können.
Schritt 4: Limits und Überschreitungen
Für jede variable Kategorie setzen Sie ein Monatslimit. Die Abweichung ist Ist minus Limit. Ein Beispiel für eine Familie mit 4.200 EUR Nettoeinkommen:
| Kategorie | Limit | Ist im März | Abweichung |
|---|---|---|---|
| Lebensmittel | 650 | 712 | +62 |
| Mobilität | 250 | 198 | −52 |
| Freizeit | 200 | 265 | +65 |
| Restaurant | 120 | 94 | −26 |
Mit bedingter Formatierung färben Sie positive Abweichungen rot. So sehen Sie auf einen Blick, wo es diesen Monat gehakt hat.
Schritt 5: Saldo und Sparquote
Am Ende zählen zwei Zahlen:
- Saldo = Einnahmen − Ausgaben
- Sparquote = Saldo / Einnahmen
Hat die Familie im März 4.200 EUR eingenommen und 3.780 EUR ausgegeben, bleiben 420 EUR, also eine Sparquote von 10 %. Als grobe Orientierung gilt die 50-30-20-Regel: 50 % für Notwendiges, 30 % für Wünsche, 20 % zum Sparen. Sie ist kein Gesetz, aber ein guter Maßstab.
Häufige Fehler
- Zu detaillierte Kategorien. „Brot“, „Käse“ und „Obst“ einzeln zu führen bringt keine Erkenntnis, nur Arbeit.
- Bargeld vergessen. Wer am Automaten 200 EUR abhebt, sollte notieren, wofür sie ausgegeben wurden – oder sie zumindest als „Bargeld“ buchen.
- Jährliche Kosten übersehen. Kfz-Versicherung, Rundfunkbeitrag oder Vereinsbeiträge sprengen sonst den Monat, in dem sie fällig werden. Planen Sie sie als monatliche Rücklage ein.
- Nach drei Wochen aufhören. Am Anfang hilft eine feste Routine: jeden Sonntag zehn Minuten die Kontoauszüge und Belege übertragen.
Fertige Vorlage: Familienbudget für das Jahr
Unsere kostenlose Excel-Vorlage enthält genau diese Struktur – fertig verknüpft und für ein ganzes Jahr in einer Datei:
- Auf dem Blatt „Parameter“ stellen Sie Jahr, Währung und Kontostand zu Jahresbeginn ein. Die Listen der Einnahmen- und Ausgabenkategorien sowie die Monatspläne und Limits passen Sie selbst an.
- Das Blatt „Buchungen“ fasst bis zu 3000 Buchungen. Typ und Kategorie wählen Sie aus der Liste, eine Prüfspalte zeigt fehlerhafte Einträge.
- Das Blatt „Monate“ zeigt eine Matrix „Kategorie × Monat“ mit Plan, Ist und Abweichung; Überschreitungen sind hervorgehoben.
- Das „Jahresergebnis“ fasst Einnahmen, Ausgaben, Saldo und Sparquote zusammen und zeigt die Ausgabenanteile nach Kategorien in einem Säulen- und einem Kreisdiagramm.
- Auf dem Blatt „Sparziele“ erfassen Sie Betrag, Termin und bereits Gespartes und sehen die nötige monatliche Sparrate mit Fortschrittsanzeige.
Die Datei läuft in Excel 2007 und neuer sowie in LibreOffice, ganz ohne Makros. Ihre Daten bleiben ausschließlich in Ihrer Datei.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Haushaltsbuch etwas bringt?
Nach einem Monat sehen Sie erste Muster, nach drei Monaten haben Sie verlässliche Durchschnittswerte, aus denen sich sinnvolle Limits ableiten lassen.
Sollen beide Partner Buchungen eintragen?
Ja, wenn möglich. Ein gemeinsames Haushaltsbuch funktioniert am besten, wenn beide ihre Ausgaben erfassen. Alternativ übernimmt einer das Eintragen anhand der Kontoauszüge und Belege.
Kann ich die Kontoauszüge einfach importieren?
Viele Banken bieten einen CSV-Export an. Die Umsätze können Sie in die Buchungsliste kopieren, die Kategorien müssen Sie aber meist selbst zuordnen.
Was ist eine gute Sparquote?
Das hängt von Einkommen und Lebensphase ab. 10 % sind ein solider Anfang, 20 % ein gutes Ziel. Wichtiger als die Höhe ist, dass Sie regelmäßig und automatisch sparen.
KHIZHNYAKOV