Hausratsinventar erstellen: So listen Sie Ihren Besitz in Excel auf
Hausratsinventar in Excel – was vorhanden ist und was es wert ist — Zur Vorlage →
Nach einem Wohnungsbrand oder Einbruch will die Versicherung wissen, was weg ist. Wer dann aus dem Gedächtnis eine Liste schreiben muss, vergisst die Hälfte: die Kamera im Schrank, das Werkzeug im Keller, die Kleidung. Ein Hausratsinventar, das Sie in ruhigen Zeiten anlegen, erspart Ihnen in schlechten Zeiten viel Ärger.
Auch ohne Schadensfall ist die Liste nützlich. Beim Umzug sehen Sie, was mitkommt, bei der Renovierung, was ausgelagert werden muss, und beim Abschluss einer Hausratversicherung, ob die Versicherungssumme zum tatsächlichen Besitz passt. Hier lesen Sie, wie Sie das Inventar in Excel aufbauen.
Der Aufbau: eine Zeile pro Gegenstand
Beginnen Sie mit einer einfachen Tabelle. Jede Zeile ist ein Gegenstand, jede Spalte eine Eigenschaft:
| Spalte | Beispiel |
|---|---|
| Raum | Wohnzimmer |
| Kategorie | Elektronik |
| Gegenstand | Fernseher 55 Zoll |
| Kaufdatum | 03.11.2022 |
| Kaufpreis | 650,00 € |
| Aktueller Wert | 380,00 € |
| Zustand | gut |
| Seriennummer | (vom Typenschild) |
| Beleg liegt in | Ordner „Garantien“ |
Räume und Kategorien sollten Sie nicht frei eintippen, sondern über eine Dropdown-Liste (Daten, Datenüberprüfung, Liste) auswählen. Dann schreibt niemand mal „Wohnzimmer“ und mal „Wohnz.“, und die Auswertung funktioniert später sauber.
Den Wert sinnvoll schätzen
Für die Versicherung zählt meist der Neuwert: Was kostet es, einen gleichwertigen Gegenstand heute neu zu kaufen? Der Zeitwert ist niedriger, weil er das Alter berücksichtigt. Welcher Wert für Sie gilt, steht in Ihren Versicherungsbedingungen – lesen Sie dort nach.
Eine grobe Orientierung für den eigenen Überblick: Elektronik verliert schnell an Wert, Möbel aus Massivholz langsam, Schmuck und Kunst kaum. Rechnen Sie nicht zu pingelig. Das Inventar soll eine Schätzung liefern, kein Gutachten. Bei wertvollen Einzelstücken wie Antiquitäten oder Schmuck lohnt sich eine Bewertung durch einen Sachverständigen.
Das Alter eines Gegenstands berechnen Sie mit =DATEDIF(D2;HEUTE();"Y") in Jahren. Falls kein aktueller Wert eingetragen ist, können Sie auf den Kaufpreis zurückgreifen:
=WENN(F2="";E2;F2)
Auswerten: Was besitze ich eigentlich?
Der Nutzen entsteht erst durch die Summen. Ein Beispiel für eine kleine Wohnung:
| Raum | Anzahl Gegenstände | Wert |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 34 | 4.250 € |
| Küche | 52 | 2.900 € |
| Schlafzimmer | 41 | 3.100 € |
| Arbeitszimmer | 27 | 3.800 € |
| Gesamt | 154 | 14.050 € |
Die Formeln dafür: =ZÄHLENWENN(A:A;"Wohnzimmer") und =SUMMEWENN(A:A;"Wohnzimmer";F:F). Mit der Gesamtsumme vergleichen Sie Ihre Versicherungssumme. Liegt der Hausrat deutlich darüber, sind Sie womöglich unterversichert.
Mit =KGRÖSSTE(F:F;1) finden Sie den teuersten Gegenstand, mit 2, 3 usw. die nächsten. Diese Stücke sollten Sie besonders gut dokumentieren.
Häufige Fehler
- Zu spät anfangen. Das Inventar sofort für die ganze Wohnung zu erstellen, schreckt ab. Gehen Sie Raum für Raum vor, ein Zimmer pro Abend.
- Kleinkram einzeln erfassen. 30 T-Shirts müssen nicht in 30 Zeilen stehen. Fassen Sie Gleichartiges zusammen („Kleidung Schlafzimmer, ca. 80 Teile“).
- Keine Fotos. Fotografieren Sie jeden Raum, Schränke geöffnet. Speichern Sie die Bilder getrennt von der Wohnung, etwa in der Cloud.
- Das Inventar in der Wohnung lassen. Eine Kopie gehört woanders hin: auf einen USB-Stick bei Verwandten oder in einen Cloud-Speicher.
- Nie aktualisieren. Ergänzen Sie größere Anschaffungen gleich beim Kauf und prüfen Sie einmal im Jahr, ob die Liste noch stimmt.
Fertige Vorlage: Hausratsinventar
Die Excel-Vorlage „Hausratsinventar“ (kostenpflichtig) nimmt Ihnen den Aufbau ab:
- Parameter: Objekt, Datum des Inventars sowie Ihre eigenen Räume und Kategorien.
- Inventar: bis zu 400 Gegenstände mit Kaufpreis, aktuellem Wert, Zustand, Seriennummer und Ablageort des Belegs.
- Übersicht: Wert nach Räumen und Kategorien, der teuerste Gegenstand und ein Diagramm.
Die Tabelle berechnet den Wert des Inventars und das Alter der Dinge selbst. Verwendet wird der aktuelle Wert, falls keiner eingetragen ist, der Kaufpreis. Im Paket sind eine leere Tabelle und ein ausgefülltes Beispiel mit fiktiven Daten; es läuft ohne Makros in Excel 2007 und neuer sowie in LibreOffice und ist auf Deutsch. Es handelt sich um eine gewöhnliche Excel-Tabelle, keine Spezialsoftware. Der Wert ist eine grobe Schätzung – eine unabhängige Bewertung übernimmt ein Gutachter.
FAQ
Muss ich auch Dinge erfassen, die ich geerbt oder geschenkt bekommen habe?
Ja, wenn sie im Haushalt sind und bei einem Schaden ersetzt werden sollen. Tragen Sie als Kaufpreis eine Schätzung ein und vermerken Sie in einer Notiz, dass es ein Geschenk oder Erbstück ist.
Reicht ein Video statt einer Liste?
Ein Video ist eine gute Ergänzung, ersetzt aber die Liste nicht. Nur in der Tabelle können Sie Werte addieren, nach Räumen filtern und Belege zuordnen.
Wie oft sollte ich das Inventar aktualisieren?
Einmal im Jahr durchgehen und bei Anschaffungen über etwa 100 Euro sofort ergänzen. Das dauert zusammen weniger als eine Stunde.
Gehören Dinge im Keller oder in der Garage dazu?
Ja, auch Werkzeug, Fahrräder und Gartengeräte zählen zum Hausrat. Legen Sie dafür eigene Räume an, damit die Auswertung klar bleibt.
KHIZHNYAKOV