Sparrate berechnen: wie viel Sie monatlich für Ihr Ziel sparen müssen
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„Ich spare, was am Monatsende übrig bleibt“ – das funktioniert selten. Viel leichter wird Sparen, wenn Sie eine konkrete Zahl haben: So viel Euro gehen jeden Monat auf das Tagesgeldkonto, und zum Stichtag ist das Ziel erreicht.
Diese Zahl lässt sich mit Excel exakt berechnen, inklusive Zinsen und bereits vorhandenem Guthaben. In diesem Artikel lernen Sie die zwei wichtigsten Funktionen dafür kennen, rechnen ein Beispiel durch und erfahren, wie groß ein Notgroschen sein sollte.
Schritt 1: Ziel konkret machen
Ein gutes Sparziel hat drei Angaben: Betrag, Frist und Startguthaben. „Für einen Urlaub sparen“ ist kein Ziel. „6.000 EUR für die Sommerreise in 24 Monaten, 1.000 EUR liegen schon bereit“ ist eines.
Dazu kommt der Zinssatz Ihres Sparkontos. Auch 2 bis 3 % pro Jahr machen über einige Jahre einen spürbaren Unterschied.
Schritt 2: Die nötige Monatsrate mit RMZ
Die Funktion RMZ (regelmäßige Zahlung) berechnet, wie viel Sie pro Monat einzahlen müssen. Die Syntax:
=RMZ(Zins;Zeiträume;Barwert;Zukunftswert)
Da monatlich gespart wird, teilen Sie den Jahreszins durch 12. Excel denkt in Zahlungsströmen: Was Sie einzahlen, ist negativ, was Sie am Ende erhalten, positiv. Beispiel mit 2,5 % Zins:
=RMZ(2,5%/12;24;-1000;6000)
Ergebnis: −201,30 EUR. Das Minus bedeutet nur, dass Geld von Ihnen abfließt. Mit =AUFRUNDEN(-RMZ(...);0) erhalten Sie eine glatte Rate von 202 EUR.
Ohne Zinsen wäre die Rechnung einfach: (6.000 − 1.000) / 24 = 208,33 EUR. Die Zinsen sparen Ihnen also rund 7 EUR pro Monat – nicht viel, aber bei größeren Beträgen und längeren Laufzeiten wächst der Effekt deutlich.
Schritt 3: Wie lange dauert es mit meiner Rate?
Oft ist die Frage umgekehrt: Ich kann 150 EUR im Monat sparen – wann bin ich am Ziel? Dafür gibt es ZZR (Zahl der Zahlungszeiträume):
=ZZR(2,5%/12;-150;-1000;6000)
Ergebnis: knapp 32 Monate. Mit 150 EUR verpassen Sie die 24-Monats-Frist also um etwa acht Monate. Was nach 24 Monaten auf dem Konto liegt, zeigt die Funktion ZW (Zukunftswert):
=ZW(2,5%/12;24;-150;-1000) ergibt rund 4.739 EUR.
| Frage | Funktion | Ergebnis im Beispiel |
|---|---|---|
| Wie viel pro Monat? | RMZ | 201,30 EUR |
| Wie lange mit 150 EUR? | ZZR | ca. 32 Monate |
| Wie viel nach 24 Monaten? | ZW | ca. 4.739 EUR |
Schritt 4: Den Notgroschen zuerst
Bevor Sie für Wünsche sparen, sollte eine Reserve für Unvorhergesehenes stehen: kaputte Waschmaschine, Autoreparatur, ein Monat ohne Einkommen. Eine verbreitete Faustregel sind drei bis sechs Monatsausgaben. Bei 2.200 EUR Fixkosten und Lebenshaltung pro Monat wären das 6.600 bis 13.200 EUR. Selbstständige und Alleinverdiener orientieren sich eher am oberen Ende.
Mehrere Ziele gleichzeitig
Wer parallel für Urlaub, Auto und Notgroschen spart, sollte die Raten addieren und mit dem Einkommen vergleichen. Liegt die Summe bei 15 % des Nettoeinkommens, ist das gut machbar. Bei 40 % ist der Plan wahrscheinlich zu ehrgeizig – verlängern Sie lieber eine Frist, statt nach drei Monaten aufzugeben.
Häufige Fehler
- Jahreszins nicht durch 12 teilen. Dann rechnet Excel mit 2,5 % pro Monat und das Ergebnis ist völlig falsch.
- Vorzeichen vergessen. Bei ZZR müssen Rate und Startguthaben negativ, das Ziel positiv sein, sonst kommt #ZAHL! heraus.
- Inflation ignorieren. Kostet die Reise in zwei Jahren 5 % mehr, erhöhen Sie das Ziel entsprechend.
- Steuern übersehen. Zinsen über dem Sparerpauschbetrag sind in Deutschland steuerpflichtig, was die Rendite leicht senkt.
Fertige Vorlage: Sparziel-Planer
Unser kostenloser Sparziel-Planer für Excel rechnet genau mit diesen Annuitätenformeln, ohne dass Sie sich um Vorzeichen kümmern müssen:
- Auf dem Blatt „Ziele“ verwalten Sie bis zu 10 Ziele: Betrag, Frist in Monaten oder als Datum, bereits Gespartes, Sparzins und Ihre Rate. Die Tabelle zeigt die nötige Monatsrate, das Gesparte zur Frist, die tatsächliche Spardauer und den Fortschritt.
- Der „Sparplan“ zeigt für das gewählte Ziel eine monatliche Spartabelle für bis zu 120 Monate mit Zinsen und Diagramm.
- Das Blatt „Notgroschen“ berechnet aus Ausgaben pro Monat und gewünschter Anzahl Monate den Zielbetrag, die Spardauer und die nötige Rate.
- Die „Übersicht“ fasst alle Ziele zusammen und zeigt die gesamte Monatsrate und ihren Anteil am Einkommen in zwei Diagrammen.
Die Datei funktioniert ohne Makros in Excel 2007 und neuer sowie in LibreOffice. Im Paket finden Sie eine leere Tabelle und ein Beispiel mit fiktiven Daten. Kapitalertragsteuer, Inflation und Zinsänderungen berücksichtigt die Berechnung nicht – sie dient zur Orientierung.
Häufige Fragen
Wo sollte ich für kurzfristige Ziele sparen?
Für Ziele unter etwa drei Jahren eignen sich Tagesgeld oder Festgeld, weil das Geld sicher und planbar verfügbar ist. Aktien-ETFs schwanken für so kurze Zeiträume zu stark.
Lohnt sich ein Dauerauftrag?
Ja, unbedingt. Richten Sie ihn direkt nach dem Gehaltseingang ein. Was sofort weggespart wird, wird nicht versehentlich ausgegeben.
Was tun, wenn ich einen Monat nicht sparen kann?
Nichts dramatisieren, sondern neu rechnen. Geben Sie in der Tabelle den aktuellen Stand ein, und Sie sehen sofort, wie sich Rate oder Frist verschieben.
Soll ich zuerst Schulden tilgen oder sparen?
Teure Schulden wie Dispo- oder Kreditkartenzinsen kosten meist deutlich mehr, als ein Sparkonto bringt. Ein kleiner Notgroschen ist trotzdem sinnvoll, danach lohnt sich in der Regel zuerst die Tilgung.
KHIZHNYAKOV