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Gartentagebuch in Excel führen: Beete, Erntetermine, Kosten und Ertrag

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Im Frühjahr weiß man noch genau, was wohin gesät wurde. Im Herbst ist der Zettel verschwunden, die Rechnung für Saatgut und Erde liegt irgendwo im Schuppen, und niemand kann sagen, ob sich die Zucchini oder die Tomaten mehr gelohnt haben. Ein Gartentagebuch in Excel löst genau das: Sie sehen, was wann fällig ist, und am Ende der Saison steht eine ehrliche Bilanz.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein solches Tagebuch selbst aufbauen, welche Formeln Sie brauchen und welche Fehler Sie vermeiden sollten. Am Ende zeige ich eine fertige Vorlage, falls Sie sich die Arbeit sparen möchten.

Was ein gutes Gartentagebuch festhält

Drei Dinge reichen für den Anfang: Was wächst wo, wann ist Ernte, und was hat es gekostet und gebracht. Alles andere – Wetternotizen, Sortennamen, Mondphasen – ist Zugabe.

Legen Sie dafür am besten drei getrennte Listen an:

  1. Kulturen (Stammdaten): Name, Tage von der Aussaat bis zur Ernte, Durchschnittspreis pro Kilogramm.
  2. Beete: Fläche, Kultur, Aussaatdatum, geplantes Erntedatum, Status.
  3. Journale: eine Liste für Ausgaben, eine für Ernten, jeweils mit Datum, Beet und Betrag bzw. Kilogramm.

Die Trennung ist wichtig. Wer alles in eine einzige Tabelle schreibt, verliert spätestens im Juli den Überblick.

Schritt für Schritt: Erntetermin berechnen

Der Erntetermin ergibt sich aus Aussaatdatum plus Reifezeit. Angenommen, Buschbohnen brauchen etwa 60 Tage und wurden am 10. Mai gesät:

ZelleInhalt
B2Aussaatdatum: 10.05.2025
C2Tage bis Ernte: 60
D2Erntedatum: =B2+C2

Das Ergebnis ist der 9. Juli. Damit die Reifezeit nicht in jeder Zeile von Hand steht, holen Sie sie aus der Kulturenliste:

=B2+SVERWEIS(A2;Kulturen!A:B;2;FALSCH)

Wichtig: Die Reifezeiten aus Samentütchen sind Richtwerte. Wetter, Sorte und Lage verschieben den Termin um ein bis zwei Wochen. Tragen Sie nach der Saison Ihre echten Werte ein, dann wird die Planung von Jahr zu Jahr besser.

Ein Status hilft zusätzlich. Mit =WENN(D2<=HEUTE();"Erntereif";WENN(D2-HEUTE()<=7;"Bald Ernte";"Wächst")) sehen Sie auf einen Blick, wo etwas fällig ist.

Kosten und Ertrag gegenüberstellen

Jetzt kommt der spannende Teil. Ein Rechenbeispiel für ein Tomatenbeet mit 12 m²:

PostenBetrag
Saatgut und Jungpflanzen18,00 €
Erde und Kompost35,00 €
Dünger12,00 €
Kosten gesamt65,00 €
Ernte: 48 kg × 3,20 € pro kg153,60 €
Ergebnis88,60 €

Der Wert der Ernte ist natürlich eine Schätzung zum Marktpreis – selbst gezogene Tomaten schmecken anders als welche aus dem Supermarkt. Aber der Vergleich zeigt, welche Beete sich rechnen und welche nur Arbeit machen.

Die Kosten je Beet addieren Sie mit =SUMMEWENN(Kosten!B:B;A2;Kosten!C:C), die geerntete Menge genauso aus dem Ernte-Journal. Ertrag in Euro: =Menge*Preis. Ergebnis: Ertrag minus Kosten.

Sinnvoll ist auch eine Kennzahl pro Quadratmeter: Ergebnis geteilt durch Fläche. Damit vergleichen Sie ein kleines, intensives Salatbeet fair mit einem großen Kartoffelacker.

Häufige Fehler

  • Allgemeine Ausgaben vergessen. Folie, Gießkanne, Rankhilfen gehören zur Saison, aber zu keinem einzelnen Beet. Erfassen Sie sie als „allgemein“, sonst wirkt das Ergebnis zu schön.
  • Ernte nur schätzen. Wiegen Sie wenigstens gelegentlich. Nach zwei, drei Wochen haben Sie ein Gefühl für Ihre Mengen.
  • Kulturen nicht konsequent benennen. „Tomate“, „Tomaten“ und „Fleischtomate“ sind für SUMMEWENN drei verschiedene Dinge. Nutzen Sie eine Auswahlliste.
  • Fruchtfolge ignorieren. Notieren Sie jedes Jahr, was auf welchem Beet stand. Ein Tagebuch, das nur die laufende Saison kennt, kann diese Frage nicht beantworten.

Fertige Vorlage: Gartentagebuch mit Beeten, Ernte und Kosten

Wenn Sie nicht bei null anfangen möchten, gibt es die Excel-Vorlage „Gartentagebuch“. Sie ist kostenpflichtig und enthält:

  • Stammdaten: Kulturen mit Tagen von der Aussaat bis zur Ernte und Preis pro Kilogramm, Kostenkategorien und Saisonjahr.
  • Beete: bis zu 60 Beete und Gewächshäuser mit Fläche, Kultur, Aussaatdatum, geplantem Erntedatum, Status, geernteter Menge, Kosten, Ergebnis und einem Kalender nach Monaten.
  • Kosten und Ernte: zwei Journale für 1000 bzw. 1500 Einträge. Ausgaben lassen sich einem Beet zuordnen oder als allgemeine Kosten erfassen.
  • Übersicht: Summen nach Kulturen, Ausgaben und Ernte nach Monaten, dazu zwei Diagramme.

Das geplante Erntedatum rechnet die Tabelle selbst aus. Der Status zeigt, ob ein Beet „Geplant“ ist, „Wächst“, „Bald Ernte“ hat oder „Erntereif“ ist. Die Vorlage läuft ohne Makros in Excel 2007 und neuer sowie in LibreOffice, ist auf Deutsch und enthält neben der leeren Tabelle ein ausgefülltes Muster mit fiktiven Daten. Die Berechnung ist eine Näherung – die Reifezeiten im Muster sind Richtwerte, die Sie für Ihre Sorte und Region anpassen.

FAQ

Wie viele Daten brauche ich, damit sich ein Gartentagebuch lohnt?

Schon eine Saison mit fünf bis zehn Kulturen liefert nützliche Erkenntnisse. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass Sie Ausgaben und Ernten regelmäßig eintragen, am besten einmal pro Woche.

Sollte ich den Marktpreis oder meinen eigenen Wert ansetzen?

Der Marktpreis für Bio-Ware ist ein vernünftiger Anhaltspunkt. Legen Sie ihn einmal je Kultur fest und ändern Sie ihn nicht mehr mitten in der Saison, sonst sind Vergleiche unsauber.

Kann ich das Tagebuch auch auf dem Handy nutzen?

Eine Excel-Datei lässt sich mit der Excel-App öffnen und bearbeiten. Für die Eingabe im Garten reicht oft ein Notizzettel, den Sie abends in die Tabelle übertragen.

Was mache ich mit Mehrjährigem wie Obststräuchern?

Führen Sie sie wie ein Beet mit eigener Kultur. Die Anschaffung rechnen Sie am besten über mehrere Jahre, damit ein einzelnes Jahr nicht verzerrt wird.

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