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Kapitalwert, IRR und Amortisation in Excel berechnen

Investitionsrechner: NPV, IRR und Amortisation – Excel-Vorlage — Kostenlos herunterladen →

Eine neue Maschine, ein zweiter Standort, eine Photovoltaikanlage auf dem Firmendach: Bei jeder größeren Investition stellt sich dieselbe Frage. Lohnt sich das, und wenn ja, wann ist das Geld wieder drin?

Das Bauchgefühl reicht dafür nicht. Drei Kennzahlen geben eine nüchterne Antwort: Kapitalwert (NPV), interner Zinsfuß (IRR) und Amortisationsdauer. Alle drei lassen sich in Excel mit wenigen Formeln berechnen. Hier erfahren Sie, wie – und worauf Sie achten müssen.

Grundidee: Geld von morgen ist weniger wert

Ein Euro heute ist mehr wert als ein Euro in fünf Jahren, weil Sie ihn heute anlegen könnten. Deshalb werden künftige Zahlungsüberschüsse auf heute abgezinst. Der Zinssatz dafür heißt Diskontierungs- oder Kalkulationszins. Er entspricht der Rendite, die Sie mindestens erwarten – etwa der Zins einer sicheren Anlage plus ein Aufschlag für das Risiko.

Schritt 1: Cashflows aufstellen

Für jedes Jahr schreiben Sie auf, was netto in die Kasse fließt: Umsatz minus laufende Kosten minus Steuern minus zusätzliche Investitionen. Beispiel: Ein Café investiert 50.000 EUR in eine neue Küche und erwartet dadurch höhere Überschüsse.

JahrCashflowAbzinsungsfaktor (12 %)Barwert
0−50.0001,000−50.000
114.0000,89312.500
216.0000,79712.755
318.0000,71212.812
418.0000,63611.439
518.0000,56710.214

Der Abzinsungsfaktor ist 1 / (1 + Zins)^Jahr. In Excel: =1/(1+$B$1)^A3.

Schritt 2: Kapitalwert berechnen

Der Kapitalwert ist die Summe aller Barwerte: hier rund +9.720 EUR. Positiv heißt: Das Projekt verdient mehr als die geforderten 12 % und schafft zusätzlich Wert.

Excel hat dafür die Funktion NBW (Nettobarwert). Achtung, eine klassische Falle: NBW zinst schon den ersten Wert ab. Die Anfangsinvestition in Jahr 0 gehört deshalb außerhalb der Funktion dazu:

=NBW(12%;B3:B7)+B2

Wer =NBW(12%;B2:B7) schreibt, zinst die Investition um ein Jahr ab und erhält einen zu günstigen Wert.

Schritt 3: Internen Zinsfuß ermitteln

Der interne Zinsfuß (IRR) ist der Zinssatz, bei dem der Kapitalwert genau null wird. Er beantwortet die Frage: Welche Rendite bringt das Projekt selbst? In Excel:

=IKV(B2:B7)

Im Beispiel liegt der IRR bei etwa 19 %. Liegt er über Ihrem Kalkulationszins, ist das Projekt attraktiv. Bei Cashflows, die mehrfach das Vorzeichen wechseln (etwa durch eine große Ersatzinvestition in Jahr 3), kann IKV mehrere oder gar keine sinnvolle Lösung liefern – dann verlassen Sie sich lieber auf den Kapitalwert.

Schritt 4: Amortisationsdauer

Die einfache Amortisationsdauer zeigt, wann die kumulierten Cashflows die Investition decken. Im Beispiel: Nach Jahr 3 sind 48.000 EUR zurückgeflossen, es fehlen noch 2.000 EUR, das sind 2.000 / 18.000 ≈ 0,11 Jahre. Ergebnis: rund 3,1 Jahre.

Die diskontierte Amortisationsdauer rechnet mit den Barwerten. Nach Jahr 4 sind 49.506 EUR zurück, die restlichen 494 EUR kommen in Jahr 5 – also etwa 4,05 Jahre. Sie ist immer länger als die einfache, weil spätere Zahlungen weniger zählen.

Den Rentabilitätsindex erhalten Sie als Barwert der Rückflüsse geteilt durch die Investition: 59.720 / 50.000 ≈ 1,19. Werte über 1 bedeuten einen positiven Kapitalwert.

Häufige Fehler

  • NBW mit Jahr 0 in der Spanne. Siehe oben – der häufigste Fehler überhaupt.
  • Gewinn statt Cashflow verwenden. Abschreibungen sind kein Geldabfluss, die Anschaffung dagegen schon.
  • Zu niedriger Kalkulationszins. Mit 3 % sieht fast jedes Projekt gut aus. Kleine Unternehmen setzen wegen des Risikos oft deutlich höhere Sätze an.
  • Nur ein Szenario rechnen. Prüfen Sie, was passiert, wenn der Umsatz 15 % niedriger ausfällt.

Fertige Vorlage: Investitionsrechner NPV, IRR und Amortisation

Wenn Sie nicht bei null anfangen möchten, verwenden Sie unseren kostenlosen Investitionsrechner für Excel:

  • Auf dem Blatt „Daten“ tragen Sie Projekt, Diskontierungszinssatz, Gewinnsteuer und Anfangsinvestition ein, dazu für bis zu 10 Jahre Umsatz, Kosten und zusätzliche Investitionen.
  • Das Blatt „Berechnung“ erstellt daraus die Cashflows nach Jahren, zinst ab, zeigt kumulierten und kumulierten diskontierten Cashflow und berechnet NPV, IRR, Rentabilitätsindex sowie einfache und diskontierte Amortisationsdauer – mit einem Fazit in Worten und Diagramm.
  • Auf dem Blatt „Szenarien“ vergleichen Sie eine pessimistische, eine Basis- und eine optimistische Variante über Faktoren für Umsatz und Kosten.
  • Eine „Anleitung“ erklärt, wie die Kennzahlen berechnet werden.

Die Datei funktioniert ohne Makros in Excel 2007 und neuer sowie in LibreOffice. Im Paket liegen eine leere Tabelle und ein Beispiel mit fiktiven Daten. Das Modell ist bewusst vereinfacht und für die erste Einschätzung gedacht, nicht als vollständiger Businessplan.

Häufige Fragen

Was ist wichtiger: Kapitalwert oder IRR?

Bei der Entscheidung zwischen zwei Projekten ist der Kapitalwert meist aussagekräftiger, weil er den absoluten Wertzuwachs in Euro zeigt. Der IRR eignet sich gut, um schnell zu kommunizieren, wie rentabel ein Projekt ist.

Wie berücksichtige ich einen Restwert am Ende?

Rechnen Sie den erwarteten Verkaufserlös der Anlage im letzten Jahr zum Cashflow hinzu. Bei Immobilien oder Fahrzeugen kann das den Kapitalwert deutlich verändern.

Kann ich mit Monaten statt Jahren rechnen?

Ja, dann müssen Sie den Jahreszins in einen Monatszins umrechnen: (1 + Jahreszins)^(1/12) − 1. Für eine erste Investitionsentscheidung reichen Jahreswerte aber fast immer.

Was, wenn der Kapitalwert knapp negativ ist?

Dann deckt das Projekt die geforderte Rendite nicht ganz. Prüfen Sie, welche Annahme den größten Einfluss hat, und ob sich Investition oder Kosten realistisch senken lassen, bevor Sie das Projekt verwerfen.

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